1403 | „Et Klöske" wird erstmals urkundlich erwähnt als „Gasthaus zum Hl. Michael". Im Mittelalter war »Gasthaus" die deutsche Bezeichnung für „Hospital". Gemeint ist ein Haus für Kranke, Obdachlose, Waisenkinder, Notleidende und Durchreisende. Der Uerdinger Bürger Heinrich Overhoff machte 1403 eine Stiftung zugunsten dieses Hauses. „Et Klöske" gibt es also seit 1403 (oder schon früher) |
15. Jh.
| Der mittelalterliche Gesamtgrundriss der Ursprungsanlage liegt nicht mehr vor. Die Hospitalräume, der Wohntrakt und die Kapelle werden mehrfach baulich verändert. Das Baumaterial ist mit Tuff vermischtes Ziegelmauerwerk. Die Fassade ist verputzt und besitzt seitlich vergröberte Pfeiler und einen spitzen Volutengiebel. |
1650
| Kurfürst Ferdinand und der Uerdinger Magistrat genehmigen die Errichtung eines Ordenskonvents. Drei Ordensbrüder des Franziskanerordens durften Gasthaus sowie Kapelle zum heiligen Michael bis zur Fertigstellung der eigenen Kirche 1671 nutzen.
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| 1718 | Dach und Turm werden erneuert. |
| 1791 | Die Hospitalräume werden wegen Baufälligkeit abgerissen. Kapelle und Wohntrakt bleiben erhalten. Die ursprünglichen Spitzbogenfenster werden verändert und die seitlichen Chorpolygonfenster geschlossen.Der Chor in gotischer Form mit Kreuzrippengewölbe, Birnstäben und Maskenkonsolen wird erneuert.
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| 1813 | Säkularisation der linksrheinischen Klöster durch Napoleon. Auflösung des Hospitals und Verlegung der Anstalt in dieRäume des früheren Franziskanerklosters.
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1814 | Ein Rhein-Hochwasser beschädigt die Pfarrkirche St. Peter schwer. Aus dem Rhein rettet man eine mittelalterliche St.Nikolaus-Statue und stellt sie in den Giebel des „Gasthauses". Die Figur wird im Giebel aufgestellt und gibt seitdem dem Gebäude den Namen „Et Klöske“. Die barocke Holzskulptur,, um 1790 angefertigt,, gehörte zu einem spätbarocken Altarensemble, gestiftet von Johann Mathias Herbertz. Die Darstellung des hl. Nikolaus im Bischofsornat, mit den drei Knaben in einem Bottich zu seinen Füssen, geht auf eine Legende zurück. Nikolaus von Myra soll drei fahrende Schüler, die ein Metzger getötet und in einem Fass eingepökelt haben soll, wieder zum Leben erweckt haben. |
19. Jh.
| Die Kirche mit Wohntrakt wurden in der Folge als Schule, Fruchtspeicher, Gefängnis, Spritzenhaus, Verwaltungs-Gebäude und als Wohnhaus genutzt.
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1944 | Bombenangriffe und Artillerie-Beschuss beschädigen „Et Klöske" schwer. |
1950 | 1. Phase der Renovierung: Witterungsschutz und Hausmeisterwohnung |
1955 | 2. Phase der Renovierung: Feierraum für Veranstaltungen, Entdeckung von Wandmalereien in der Apsis (15. Jhdt.) und deren Konservierung Inbetriebnahme des „Glöckchens" auf dem Dach. |
1958 | 3. Phase der Renovierung: Parkettboden, Bestuhlung, Einbau der Heizung |
1962 | 4. Phase der Renovierung: Garderobe, Toilette, Flügel |
1970 | Der Original-Nikolaus findet im Kapellenraum Schutz vor der Witterung. Im Giebel steht fortan eine Kopie |
1981 | Das „Glöckchen" auf dem Dach muss fortan schweigen. Ein Dachdecker hat die Statik überprüft |
2003 | Die Gesellschaft Schlaraffia Crefeldensis übernimmt das „Et Klöske“. Sie sichert den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes durch aufwendige Sanierungen wie Dach, Wände, Kellerräume, Glockenturm, Fenster und Heizung. Vor allem die Sicherung der vom Verfall bedrohten Seccomalerei liegt ihr am Herzen. Zum Schutz der ursprünglichen Malerei wurden Makro¬lonplatten vorgesetzt, auf denen die fehlenden Gemäl¬deteile von einer Künstlerin nachempfunden wurden. Dargestellt sind die Gottesmutter mit dem Jesuskind, ein Engel, die heilige Barbara mit Turm und die heilige Margareta als Drachenbekämpferin.
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| 2004 | Beim Martinszug läutet nach 23 Jahren erstmalig wie-der das Glöckchen vom Turm. Der Zug stoppt. St. Martin wendet sein Pferd zum Nikolaus und verneigt sich. Den Umstehenden treten Tränen in die Augen.
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